Knirschschienen

Knirschschienen: Definition, Modelle und Unterschiede

Knirschschienen

Knirschschienen sind weltweit verbreitet. Ihr Konstruktionsprinzip beruhte ursprünglich auf der Annahme, dass das beim Zähneknirschen auftretende Aneinanderreiben der Zähne nicht nur eine starke Zahnabnutzung (Zahnschmelz-Abrieb) und einen beträchtlichen Verschleiß von Zahnersatz (Zahnkronen, Brücken und Prothesen) mit massiven Schleifspuren verursachte, sondern dass infolge der chronischen Anspannungen der Kiefermuskeln auch Folgesymptome wie Beschwerden im Nacken-Schulterbereich auf diese „Parafunktionen“ zurückzuführen seien. Deshalb besteht auch heute noch oft die Auffassung, dass es genüge, das Zähneknirschen mit einer einfachen Aufbiss-Schiene zu verhindern, um die oft weit ausstrahlenden Beschwerden aufzulösen.
Die viel stärkeren Kräfte, die im Kauapparat beim Zähnepressen auftreten und weit stärkere Verspannungen der Kiefermuskulatur und ebenso großen Schaden durch übermäßige Abnutzung der Kauflächen verursachen, werden dabei allerdings außer Acht gelassen.

Knirscherschienen kennt man unter den unterschiedlichsten Bezeichnungen wie Nachtschienen, Zahnschienen, Kieferschienen, Bissschienen und Bissplatten, Beißschienen, Okklusionsschienen, Aufbissschienen, Myozentrikschienen, Aufbissbehelfe, Miniplastschienen, Michigan-Schienen, Repositionsschienen, Bruxismusschienen oder Anti-Bruxismus-Schienen und weitere. Sie werden entweder vom Zahnarzt und seinem Zahntechniker anhand eines Zahnabdrucks und Gipsmodellen angefertigt oder über den Ladentisch in Drogerien oder auf Internet-Portalen verkauft.

Angesichts dieser oft verwirrenden Vielzahl an Bezeichnungen stellen sich natürlich viele Patienten die Frage, ob es denn nicht genügt, mit einer kostengünstigen Aufbissschiene aus einem Internetshop das nächtliche Reiben auf den Zähnen zu verhindern, anstatt sich einer teuren zahnärztlichen Behandlung zu unterziehen. Dazu ist es allerdings wichtig zu wissen, was diese frei verkäuflichen Aufbiss-Behelfe bewirken können und was nicht.

Unsere Herangehensweise mit der Mini-Knirschschiene Nite Skater©, behandelt die Problematik des Zähneknirschens und Pressens mit einem grundsätzlich anderen Therapieansatz und daher mit einem völlig unterschiedlichen Verlauf.

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  • Freiverkäufliche Kirschschienen sind oft ein verwirrendes Angebot im Drogeriemark oder in Internet Shops

    Freiverkäufliche Knirschschienen

    Gleich vorweg: Alles, was man als Massenprodukt an sog. Knirschschienen kaufen kann, sind eigentlich keine wirklichen Mittel gegen Bruxismus und CMD, denn sie können bestenfalls das Hin- und Her-Reiben der Zähne reduzieren, nicht jedoch das Zusammenpressen der Zahnreihen. Es sind eher Schutzfolien oder Schutzpolster, die einen Abrieb der Zahnsubstanz, vor allem des intakten Zahnschmelzes, vermeiden sollen, sodass die Knirsch- und Presskräfte keine Schäden an Zähnen oder Füllungen verursachen. Sie können auch vorübergehend lindernd sein, wenn eine zahnärztliche Untersuchung oder ein kurzfristiger Behandlungstermin nicht möglich sind, z.B. auf Reisen oder im Urlaub.

    Insofern haben solche Kunststoffschienen eine gewisse Berechtigung, denn es ist gewiss billiger, alle paar Monate eine neue "Schutzschiene" zu kaufen, als teure Reparaturen und Behandlungen an Zähnen oder Zahnersatz vornehmen zu müssen. Mit diesen einfachsten Aufbissbehelfen lässt sich allerdings echter Schlafbruxismus nicht verhindern.

  • Unter den Knirschschienen ist die Miniplastschiene die am häufigsten angefertigte Laborschiene

    Miniplastschienen

    Auch laborgefertigte Tiefziehfolien, sogenannte Miniplastschienen, als Oberkieferschiene oder Unterkieferschiene, die auch als nicht adjustierte Knirschschienen bezeichnet werden und die eine 0,5 bis 1 mm dicke Kunststoffschicht über die Zahnreihen legen, sind KEINE therapeutischen Anti-Bruxismus-Schienen.
    Miniplastschienen gibt es in hartem und weichbleibendem thermoplastischem Kunststoff.

    Sie haben einen vage definierten Aufbiss und keine effektive Zahnführung (Frontzahn/Eckzahnführung). Daher bewirken sie auch keine Disklusion (Trennung) der Seitenzähne. Sie unterliegen den anhaltenden Presskräften, was meist sehr bald zu ihrem Bruch führt. Auch reduzieren sie Kieferschmerzen oder durch Überbelastung auftretende Zahnschmerzen kaum, und sie beheben weder die Funktionsstörungen der Kaumuskeln noch jene der Kiefergelenke. Sie gehören wohl zu den am meisten verschriebenen Zahnschienen, doch ihre Tragedauer ist eingeschränkt. Zugute halten könnte man höchstens, dass solche einfache „Kieferschienen“ Kieferfehlstellungen etwas ausgleichen und somit den parafunktionellen Abrieb auf den Zähnen reduzieren, das Gebiss also in gewisser Hinsicht schützen.

  • Eine

    Laborgefertigte adjustierte Knirschschienen

    Knirschschienen, die tatsächlich eine Anti-Knirsch-Funktion haben sollen, werden üblicherweise von einem zahntechnischen Labor in einem Artikulator, d.h. in einer Art Kiefer-Simulator, in Kunststoff aufgebaut und berücksichtigen die so wichtige Frontzahn- und Eckzahnführung, um Knirschkontakte auf den Seitenzähnen zu verhindern. Daher werden laborgefertigte Knirscherschienen auch adjustierte (also individuell angepasste) Knirscherschienen genannt.

    In der heutigen Zahnmedizin sind adjustierte Knirschschienen mit Eckzahn-/Frontzahnführung generell der Stand der Technik, obwohl sie eigentlich ausschließlich die Kieferbewegungen kontrollieren jedoch auf die statischen Kräfte im Schlussbiss keinen Einfluss haben. Dies ist der Grund, weshalb auch adjustierte Ganzkieferschienen in der Therapie von Bruxismus und cranio-mandibulärer Dysfunktion sehr oft erfolglos bleiben.

Einblick in die Problematik


Das grundsätzliche Problem bei nächtlichen Parafunktionen liegt darin, dass sie aus zwei sehr unterschiedlichen Komponenten bestehen: Dem Hin- und Her-Reiben einerseits und dem Pressen andererseits.

Indem das Reiben beseitigt wird, wird nicht automatisch auch das Pressen verhindert. Daher zeigt sich so oft keine Besserung im Leiden von Knirschern, obwohl sie nachts eine Bruxismusschiene tragen, denn das Zusammenpressen der Zahnkontakte in der Schlussbissstellung bleibt bestehen und die Kieferschmerzen nehmen infolge der Bisserhöhung eher zu.

Knirschschienen gegen Zähneknirschen

Anti-Knirschschienen haben die in den 1960-er Jahren von Dr. M. Ash und Prof. S. Ramfjord an der «University of Michigan» beschriebene Anti-Knirsch-Schiene zum Vorbild, die ihrer Herkunft wegen in Fachkreisen "Michigan"-Schiene genannt wird. Sie ist die wohl bekannteste und am meisten verbreitete Form der adjustierten Knirscherschiene.

Diese Knirschschienen werden in hartem Kunststoff vom Zahntechniker auf einem Gipsmodell hergestellt und so geformt, dass die Front- und Eckzähne bei den Gleitbewegungen des Unterkiefers die Seitenzähne voneinander trennen (= diskludieren). Diese Konstruktion nennt sich „Front- und Eckzahnführung“ und funktioniert wie die Kupplung in einem Auto, wo die Zacken der Zahnräder im Getriebe erst verschoben werden können, wenn sie voneinander getrennt wurden, denn sonst würde es im Getriebe kratzen – oder eben knirschen. Mit dieser Frontzahn-„Kupplung“ wird das Kollidieren der Backenzahnhöcker effektiv verhindert, jedoch nicht das viel kraftvollere und daher schmerzhaftere und folgenschwerere Zusammenpressen der Backenzähne.

Auch eine aufwändige Diagnostik, d.h. eine Funktionsanalyse, welche die zentrale Position der Kieferköpfchen (Condylen) und das Bewegungsmuster in ihren Gelenkpfannen (Fossae) ermittelt, kann dieses Zusammenpressen der Kauflächen nicht verhindern.

Repositionsschienen sind eine weitere Form der Schienentherapie. Sie haben zum Ziel, den Unterkiefer durch einen speziell geformten Aufbiss in eine neue Lage zu schieben, um z.B. durch Fehlstellungen von Zähnen verlagerte oder komprimierte Kiefergelenke wieder in ihre korrekte Position zu bringen. Sie sind also weit aufwändiger und komplizierter in ihrer Anfertigung als Michigan-Schienen, und verlangen wesentlich mehr Aufwand und Knowhow von Zahnarzt und Zahntechniker zur Ermittlung der therapeutischen Ruheschwebelage und der „zentrischen Relation“. Sie haben jedoch ebenfalls keinen Einfluss auf das Pressen der Seitenzähne.

Quintessenz zu Aufbissschienen gegen Knirschen und Pressen

Wären die reibenden Parafunktionen auf den Backenzähnen das Hauptproblem bei Bruxismus, dann wären diese üblicherweise als Ganzkiefer-Apparatur konstruierten Anti-Knirschschienen als zahnmedizinische Maßnahme weitgehend die Lösung des Problems. Das sind sie jedoch erfahrungsgemäß nicht!

Warum? … mögen sich manche fragen, wenn doch gesetzliche Krankenkassen, Zusatzversicherungen und private Krankenversicherungen eine Kostenübernahme der Leistungen für diese Art von Schienentherapie zusichern.

Hier noch einmal die Antwort: Der gravierendste Faktor beim leidvollen nächtlichen Zähneknirschen mit seinen weit streuenden Auswirkungen ist das Pressen auf den Zähnen, nicht das Reiben, und dieses Pressen findet auch auf den Kunststoffflächen der unterschiedlichsten Ganzkiefer-Bissplatten mit der gleichen Kraft statt.

Die Lösung liegt daher in einer Knirschschiene, welche die Seitenzähne im Oberkiefer und Unterkiefer völlig und dauerhaft voneinander trennt, sodass diese sich weder in den Seitbewegungen noch in der zentralen Schließposition berühren können und keine funktionellen Störstellen mehr auftreten. Die einzige Abstützung der beiden Kiefer kann dann folgerichtig nur auf den Schneidekanten der Frontzähne sein, einerlei ob dies nun die Oberkiefer- oder die Unterkieferzähne sind.

  • Ein vorgefertigter Nite Skater Jig wird ausgewählt

    Der andere Therapieansatz – Der Nite Skater©

    Die Knirschschiene Nite Skater© verfolgt diesen andersartigen Therapieansatz. Bei dieser therapeutischen Leistung liegt der große Vorteil darin, dass in erster Linie angestrebt wird, die oberen Backenzähne von den ihnen gegenüberliegenden unteren Backenzähnen, also ihren Antagonisten, dauerhaft fernzuhalten und somit allfällige Presskräfte auf die Frontzähne zu verlagern.

    Dabei kommt die Natur großartig zu Hilfe, weil das Nervensystem (Trigeminus) über eine Rückkoppelung durch sogenannte Propriozeptoren fein darauf abgestimmt ist, keine zu großen Belastungen auf die schlanken und kleinen Schneidezähne zu erlauben. Die Aufbiss-Kräfte im Frontzahnbereich sind daher naturgemäß um fast 75% geringer als auf den Mahlzähnen. Man kann das mit einem alten Bleistift oder einem Zungenspatel selbst einmal ausprobieren.

Entspannung durch Umprogrammieren des n. Trigeminus

Mit dieser auf den Schneidezähnen abgestützten Anti-Knirschschiene, die ihrer kleinen Größe wegen auch Mini-Knirschschiene genannt wird und in unserer Praxis als Nite Skater© entwickelt und bekannt geworden ist, wird der Druck sofort von den Mahlzähnen und der Kiefermuskulatur weggenommen und der Trigeminusnerv ganz allmählich von seinem Krampf-Habitus umprogrammiert. Auf diese Weise wird im Sinne einer Rundumbehandlung, wie von der biologischen Zahnmedizin folgerichtig empfohlen, eine entspannende Funktionstherapie der Kiefermuskulatur und im ganzen Kopf-Nacken-Schulterbereich eingeleitet.

Funktionsweise der Knirscherschiene Nite Skater©

Beim Nite Skater© rutschen die Schneidezahnkanten störungsfrei auf einer Mini-Gleitfläche hin und her – sie benötigen also keine Eckzahn- oder Frontzahnführung. Diese Frontzahn-gestützte Mini-Knirscherschiene wird direkt am Patienten angepasst und erfordert keine Abdrücke und Modelle, wie bei anderen Knirscherschienen.

Der Nite Skater© wird in der Anfangszeit (ca. 2 Monate) regelmäßig nachts getragen. Im Laufe dieser Zeit programmiert sich die Muskulatur neu, „vergisst“ sozusagen das alte Muster, und der Nite Skater© kann dann nach Bedarf bei Stress-Spitzen und nach eigenem Ermessen eingesetzt werden.

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