HWS-Syndrom

Das HWS-Syndrom kann auch Ursachen im Kausystem haben.

HWS-Syndrom

Beschwerden im Bereich der Halswirbelsäule werden als HWS-Syndrom bezeichnet. Andere Namen sind Halswirbelsäulen- oder Zervikalsyndrom. Ähnlich wie bei CMD treten hier Verspannungen, Schwindelgefühl sowie Kopfschmerzen oder gar Augenflimmern auf. Ein Zusammenhang mit Bruxismus sollte immer differentialdiagnostisch berücksichtigt werden.

Ursachen des HWS-Syndroms (Halswirbelsäulen-Syndrom)

Die Ursachen für ein Zervikal-Syndrom sind sehr vielfältig. Man stelle sich den Kopf auf der Wirbelsäule vor wie eine Kugel, die auf einem Besenstiel balanciert wird. Es ist ein sehr instabiles Gleichgewicht und die kleinste Störung könnte verursachen, dass die Kugel herunterfällt.

Der Kopf hat zwar ein sehr ausgeklügeltes Muskelsystem, das ihn – unter normalen Bedingungen – bei allen Bewegungen stabil und ausgerichtet hält. Doch verkrampft sich nur eine Muskelregion, z.B. die Kaumuskulatur, dann muss eine gegenüberliegende Muskelgruppe einer möglichen Veränderung der Kopflage durch ein Gegenspannen entgegenwirken. Ebenso bewirkt eine Nackenverspannung auf die Kopf- und Kaumuskulatur ein.

Bleiben die Muskelverspannungen über längere Zeiträume bestehen, dann verhärtet sich die Muskulatur und der Kopf-Nacken-Schulterbereich „erstarrt“ – vergleichsweise wie in einem Korsett. Es bauen sich allmählich Schmerzen in der ganzen Region auf, was dann gelegentlich als KoNaSchu (Kopf/Nacken/Schuter) Beschwerden bezeichnet wird.

HWS-Syndrom und Kiefer-Gesichtsverspannungen

Kaumuskulatur und Nackenmuskulatur stehen also in einer permanenten Wechselbeziehung, d.h. sie beeinflussen sich andauernd gegenseitig. Daher muss bei Kieferschmerzen und Kiefer-Gesichtsverspannungen immer auch an ein HWS-Syndrom gedacht werden und im Umkehrschluss bei einer HWS-Symptomatik ebenso der Bruxismus als Auslöser ins Auge gefasst werden. Sie überlagern sich oft und können in fehlfunktioneller Einheit sogar falsche Körperhaltungen auslösen.

Weitere Ursachen des HWS-Syndroms

Auf welche einzelnen Aspekte in diesem „labilen Gleichgewicht“ von Kopf und Wirbelsäule ist also eine möglicherweise komplexe Ursache des HWS-Syndroms zurückzuführen?

Wir finden sie wie folgt:


  • Verspannte Nackenmuskulatur, z.B. durch nächtliches Zähneknirschen und Pressen

  • Fehlfunktionen im Kausystem (craniomandibuläre Dysfunktion CMD) infolge von Fehlstellungen des Kiefers oder von einzelnen Zähnen.

  • Fehl- und Dauerbelastung der Halswirbelsäule, z.B. durch falsche Körperhaltung am Arbeitsplatz oder bei langen Fahrten am Lenkrad (insbesondere LKW-Fernfahrer), und ganz besonders auch eine schlechte Schlafposition.

  • Chronisch degenerative Prozesse an der Wirbelsäule, wie die Arthrose oder Spondylose.

  • Ein Bandscheibenvorfall in der Halswirbelsäule.

  • Entzündliche Veränderungen an der Halswirbelsäule, wie z.B. Rheuma.

  • Verletzungen der Halswirbelsäule durch Schleudertrauma.

Welche Symptome treten beim HWS-Syndrom auf?



  • Verspannungen und Schmerzen in Nacken, Schultern und Rücken

  • Schiefhals (oft schmerzreflektorisch, um Spannungen zu kompensieren)

  • Kopfschmerzen (auch migränoide Formen)

  • Schmerzhafte Kopfbewegungen (blockierte Halswirbel)

  • Schwindelgefühle

  • „Flimmern“ vor den Augen infolge einer Beeinträchtigung der Durchblutung zu den Sehnerven durch verspannte Muskeln im Kopf-Nackenbereich.

  • Armschmerzen (Zervikobrachialgie)

  • Taubheitsgefühl oder Kribbeln in Händen und/oder Fingern

  • Verhärtete Muskelpartien (werden auch als Myogelosen bezeichnet)

  • Ohrgeräusche (Tinnitus)


Interdisziplinärer Therapieansatz


Es wird daraus erkennbar, dass bei der Symptomatik von Bruxismus, CMD (craniomandibulärer Dysfunktion) und Zervikal-Syndrom immer auch differentialdiagnostische Überlegungen angestellt werden müssen, um die möglichen multiplen Ursachen zu ermitteln und nicht nur alles auf eine Karte zu setzen.

Insofern kann es sein, dass beim Weiterbestehen von Beschwerden nach einer Bruxismustherapie mit Knirschschienen auch die Möglichkeit einer HWS-Ursache von einem Spezialisten in einer Fachklinik geklärt werden sollte.

Gerade in solchen komplexen Fällen ist die Physiotherapie von großer Bedeutung, da sie durch ihre diversen Methoden, wie Krankengymnastik, Haltungstherapie, Myogelosen-Behandlung, Cranio-sacral Therapie, Osteopathie, Chiropraktik u.v.m. beim HWS-Syndrom, zusätzlich zur zahnärztlichen Anti-Bruxismustherapie wie der Mini-Knirschschiene NiteSkater©, Schmerzen und Verspannungen nachhaltig zu lindern vermag.